In vielen Unternehmen scheitern gute Strategien nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung. Zwischen operativem Tagesgeschäft, kurzfristigen Anforderungen und vollen Kalendern bleibt oft zu wenig Raum für das wirklich Wichtige. Führungskräfte und Teams verlieren sich im sogenannten „Whirlwind" des Alltags, während strategische Initiativen an Schwung verlieren. Genau hier setzt das 4DX-Modell – „The 4 Disciplines of Execution®" – an, das von der amerikanischen Beratungsfirma FranklinCovey entwickelt wurde.
Das Konzept bietet einen strukturierten Rahmen, um Fokus in den Unternehmensalltag zu bringen und damit strategische Ziele tatsächlich umzusetzen. Mit seinen vier klar definierten Disziplinen schafft 4DX eine Brücke zwischen Planung und Umsetzung. Das hilft Organisationen, Prioritäten konsequenter in Ergebnisse zu verwandeln.
Viele Organisation werden das Dilemma kennen: Strategische Ziele sind definiert, aber die Umsetzung bleibt im Tagesgeschäft stecken. Der operative Alltag zieht Aufmerksamkeit und Ressourcen auf sich, das Wichtige verliert gegen das Dringende. 4DX hilft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Statt alles gleichzeitig zu verfolgen, konzentriert sich das Team auf wenige, aber entscheidende Ziele. Dabei steht die 4 in 4DX für die Anzahl an Disziplinen, die als zentrale Elemente dem Modell eine klare Struktur geben. Diese Disziplinen werden im Folgenden genauer beleuchtet.
Die erste Disziplin fordert Klarheit: Welche ein oder zwei Ziele sind so entscheidend, dass ihr Erreichen den größten Unterschied für den Unternehmenserfolg macht? Diese sogenannten WIGs (Wildly Important Goals) bilden den Kern der strategischen Ausrichtung.
Ein gutes WIG sollte SMART sein, also spezifisch, messbar, ausführbar, realistisch und terminiert, beispielsweise:
Steigerung der Servicezufriedenheit von 82 % auf 90 % bis Ende Q4.
Der entscheidende Punkt: Alles andere bleibt wichtig, aber nicht wildly important. Führungskräfte müssen den Mut haben, bewusst Prioritäten zu setzen und sich im Tagesgeschäft immer wieder auf das Wesentliche zu fokussieren. Verengen Sie explizit Ihren Blickwinkel: Die Fokussierung wird helfen, das wirklich Wichtige zu erkennen.
Klassische Zielsysteme blicken meist auf Ergebniskennzahlen (Lag Measures), wie Umsatz, Marktanteil oder Gewinn. 4DX hingegen fokussiert sich auf die Frühindikatoren (Lead Measures), die diesen Ergebnissen vorausgehen. Dabei sind nicht alle Handlungen gleich wichtig. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Welche Aktivitäten also beeinflussen Ihre Resultate entscheidend? Welche können Sie wie beeinflussen?
Beispiel: Der Umsatz ist ein Lag Measure. Die Anzahl qualifizierter Kundengespräche pro Woche ist eine Lead Measure, denn sie beeinflusst den Umsatz direkt und kurzfristig.
Die Kunst besteht darin, wenige, aber steuerbare Kennzahlen zu identifizieren, auf die Teams aktiv Einfluss nehmen können. Das fördert Eigenverantwortung und schafft Motivation, da so Fortschritt direkt spürbar wird. Ein Vertriebsteam könnte also als Lead Measure definieren, „Mindestens 5 qualifizierte Erstgespräche pro Woche" zu führen.
Menschen spielen motivierter, wenn sie wissen, ob sie gewinnen. Die dritte Disziplin nutzt diesen psychologischen Mechanismus: Ein einfaches, transparentes Scoreboard macht den Fortschritt der WIGs für alle sichtbar. In Echtzeit, nicht rückblickend. In der Logik des Modells steht dieser Schritt also nicht unbedingt an „3. Stelle", vielmehr steht er zwischen oder über den weiteren Disziplinen.
Wichtig ist, dass das Scoreboard vom Team selbst geführt wird und nicht von der Führungsebene. Es zeigt den aktuellen Stand der Maßnahmen und der Ziele und wird regelmäßig aktualisiert. Das schafft Ownership, stärkt das „Wir-Gefühl" und gemeinsames Verantwortungsbewusstsein.
Beispiel: Verschiedene Abteilungen arbeiten an einem großen Gesamtziel (WIG) mit. Jede Abteilung hat zum Erreichen des WIGs verschiedene Frühindikatoren definiert. Für jede Abteilung entsteht der explizite Anreiz, diese Indikatoren zu erfüllen, um dadurch beispielweise anderen Abteilungen zu unterstützen und gemeinsam zum Gesamtziel beizutragen.
Selbst die besten Ziele und Messsysteme bleiben wirkungslos ohne konsequente Nachverfolgung. Die vierte Disziplin etabliert daher einen festen Rhythmus der Verantwortlichkeit: kurze, regelmäßige Meetings (meist wöchentlich), in denen jedes Teammitglied beispielsweise folgende drei Fragen beantwortet:
Diese Meetings sind kurz, fokussiert und lösungsorientiert – keine Statusrunden, sondern Umsetzungs-Check-ins.
Die Einführung von 4DX ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Veränderung in der Arbeitsweise einer Organisation. Damit das Modell seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es Struktur, Konsequenz und Führung, die mit gutem Beispiel vorangeht. Entscheidend ist, dass 4DX nicht zusätzlich zum Tagesgeschäft kommt, sondern Teil des Tagesgeschäfts wird.
Der Prozess beginnt meist Top-down, mit der Definition von übergeordneten WIGs auf Unternehmens- oder Bereichsebene. Diese werden anschließend Bottom-up auf die Teams heruntergebrochen: jedes Team formuliert sein eigenes, klar messbares WIG, das auf das Unternehmensziel einzahlt. So entsteht Ausrichtung über alle Ebenen hinweg, ohne dass Eigenverantwortung verloren geht.
Im nächsten Schritt werden die Lead Measures identifiziert und Scoreboards aufgebaut. Wichtig ist dabei die Einfachheit: 4DX funktioniert am besten, wenn Teams mit überschaubaren Kennzahlen und klarer Visualisierung arbeiten, ob auf einem Whiteboard im Büro oder digital über Dashboards.
Kern der Umsetzung ist schließlich der Rhythmus der Verantwortlichkeit: Regelmäßige, kurze WIG-Meetings sorgen dafür, dass Fortschritt sichtbar bleibt, Hürden besprochen und neue Commitments eingegangen werden. Diese konsequente Taktung macht den Unterschied zwischen Absicht und Ergebnis – sie schafft Momentum und verhindert, dass die Ziele im Alltag untergehen.
Richtig eingeführt, verwandelt 4DX die Art und Weise, wie Teams arbeiten: von reaktiver Abarbeitung hin zu fokussierter, messbarer und gemeinschaftlich verantworteter Umsetzung.
Die Einführung von 4DX ist mehr als ein Methodentraining – sie bedeutet, eine neue Umsetzungs- und Verantwortlichkeitskultur zu schaffen. Genau hier setzt awi consulting an: Wir unterstützen Unternehmen dabei, die Prinzipien der „4 Disciplines of Execution" strukturiert, praxisnah und nachhaltig im Alltag zu verankern.
Uns geht es darum, Unternehmensprozesse so zu gestalten, dass sie Effizienz, Klarheit und konsequente Umsetzung fördern. Als erfahrene Beratung im Bereich Prozessoptimierung und Organisationsentwicklung unterstützen wir Sie dabei, Strukturen zu schaffen, die strategische Ziele in messbare Ergebnisse übersetzen.
4DX ist kein starres Konzept, sondern ein robuster Rahmen für konsequente Umsetzung. Die vier Disziplinen bieten eine klare Struktur, um Fokus zu halten, Verantwortung zu leben und strategische Ziele dauerhaft zu erreichen. Wer die Methode sorgfältig einführt, schafft eine Kultur, in der Prioritäten nicht nur definiert, sondern auch eingehalten werden. Mit der richtigen Begleitung wird so aus Strategie echte Umsetzungskraft.
Rechtlicher Hinweis: The 4 Disciplines of Execution® und 4DX® sind Marken bzw. eingetragene Marken der Franklin Covey Co. Die Methode wurde von Chris McChesney, Sean Covey und Jim Huling entwickelt. Weitere Informationen finden Sie unter www.franklincovey.com.
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